Zum Inhalt springen
Zurück zum Blog Januar 2026

Warum Leckerlis bei Allergien oft ein unterschätztes Problem sind

Von PET42 RedaktionVeröffentlicht Januar 20265 Min. Lesezeit

Wenn ein Hund unter Juckreiz, Hautproblemen, Ohrenentzündungen oder wiederkehrenden Verdauungsbeschwerden leidet, denken viele Halter:innen zuerst an das

Warum Leckerlis bei Allergien oft ein unterschätztes Problem sind

Inhalt

Wenn ein Hund unter Juckreiz, Hautproblemen, Ohrenentzündungen oder wiederkehrenden Verdauungsbeschwerden leidet, denken viele Halter:innen zuerst an das Hauptfutter. Das ist nachvollziehbar – schließlich macht es den größten Teil der täglichen Ernährung aus. Doch ein entscheidender Faktor wird dabei häufig übersehen: Leckerlis.

Gerade bei allergischen oder sensiblen Hunden können Leckerlis eine größere Rolle spielen, als man vermutet. Nicht selten sind sie der Grund, warum Symptome bestehen bleiben, obwohl das eigentliche Futter bereits mehrfach gewechselt wurde.

Allergien beim Hund: Warum Klarheit oft schwerfällt

Futtermittelallergien und -unverträglichkeiten beim Hund sind komplex. Die Symptome sind vielfältig und unspezifisch:

Juckreiz

Pfotenlecken

Ohrenprobleme

Hautentzündungen

Durchfall oder weicher Kot

Blähungen

Analdrüsenprobleme

Oft treten diese Beschwerden schleichend auf und verändern sich im Laufe der Zeit. Genau das macht die Ursachenforschung so schwierig. Umso wichtiger wäre eine möglichst konstante und überschaubare Fütterung.

Und genau hier kommen Leckerlis ins Spiel.

Leckerlis: klein, häufig – und oft unterschätzt

Leckerlis wirken harmlos. Sie sind klein, schnell gefressen und emotional positiv besetzt. Doch aus Sicht des Körpers ist ein Leckerli keine Nebensache, sondern ein weiterer Futterbestandteil.

Viele Hunde bekommen:

mehrere Leckerlis pro Spaziergang

Trainingssnacks im Alltag

Kauartikel zwischendurch

„mal eben etwas vom Tisch“

In Summe kann das einen relevanten Teil der täglichen Aufnahme ausmachen – mit potenziell problematischen Folgen.

Warum Leckerlis bei Allergien problematisch sein können

1. Unklare Zusammensetzung

Viele Leckerlis enthalten:

mehrere Proteinquellen

tierische Nebenerzeugnisse

pflanzliche Zusätze

Fette, Aromen oder Bindemittel

Selbst bei genauer Betrachtung ist oft nicht eindeutig nachvollziehbar, welche Bestandteile tatsächlich enthalten sind. Für allergische Hunde ist das problematisch, weil bereits kleinste Mengen eines unverträglichen Stoffes Symptome auslösen können.

2. „Hypoallergen“ ist nicht gleich verträglich

Auch Leckerlis mit Begriffen wie:

„hypoallergen“

„sensitiv“

„für Allergiker geeignet“

sind keine Garantie für individuelle Verträglichkeit. Diese Begriffe sind nicht geschützt und sagen nichts darüber aus, wie ein einzelner Hund darauf reagiert.

Ein Hund kann ein Leckerli theoretisch „vertragen“ – und dennoch unterschwellige Symptome entwickeln, die erst Tage später sichtbar werden.

3. Symptome werden verwässert

Ein großes Problem bei der Ursachenfindung ist die sogenannte Symptomverwässerung:

Das Hauptfutter wird gewechselt

die Symptome bessern sich leicht, verschwinden aber nicht

neue Leckerlis kommen hinzu

alte Leckerlis bleiben „zur Sicherheit“ im Einsatz

Am Ende ist nicht mehr klar:

was hilft

was schadet

was neutral ist

So entsteht der Eindruck, der Hund reagiere „auf alles“ – obwohl die Ursache oft in ständigen kleinen Reizen liegt.

4. Leckerlis umgehen jede Ausschlusslogik

Gerade bei Allergien ist eine klare Linie wichtig. Doch Leckerlis unterbrechen diese Logik:

ein anderes Protein

eine andere Fettquelle

ein Zusatzstoff

eine andere Verarbeitung

Selbst einzelne Ausnahmen können ausreichen, um Entzündungsprozesse im Körper wieder anzustoßen. Das betrifft nicht nur Haut und Ohren, sondern auch den Darm.

5. Der Darm vergisst nicht sofort

Ein weiterer Punkt, der oft unterschätzt wird:

Der Körper reagiert nicht immer unmittelbar.

Das bedeutet:

Symptome können zeitverzögert auftreten

ein Leckerli von gestern zeigt sich erst morgen oder übermorgen

Zusammenhänge werden nicht erkannt

So geraten Leckerlis selten in Verdacht – obwohl sie regelmäßig beteiligt sind.

„Aber mein Hund braucht Leckerlis!“ – wirklich?

Leckerlis haben im Alltag verschiedene Funktionen:

Belohnung

Motivation

Training

Beziehungspflege

Das ist legitim. Doch gerade bei allergischen Hunden lohnt es sich, diese Rolle neu zu denken.

Nicht jede Belohnung muss:

geschmacklich intensiv

abwechslungsreich

zusätzlich zum Futter sein

Viele Hunde profitieren von:

klaren Strukturen

Vorhersehbarkeit

Ruhe

emotionaler Bestätigung

Gerade sensible Hunde reagieren oft weniger auf Vielfalt – und mehr auf Sicherheit.

Warum weniger oft mehr ist

Bei Allergien geht es nicht um Verzicht, sondern um Übersicht.

Je klarer:

die Zusammensetzung

die Menge

die Regelmäßigkeit

desto besser lassen sich Reaktionen einordnen. Leckerlis machen genau das oft unmöglich – wenn sie unreflektiert eingesetzt werden.

Typische Situationen, in denen Leckerlis Probleme machen

beim Training mit vielen kleinen Snacks

bei mehreren Bezugspersonen im Haushalt

unterwegs („nur ein kleines Stück“)

bei Hundesittern oder Familie

bei Kauartikeln mit langer Verweildauer

All das summiert sich – auch wenn jede einzelne Situation harmlos wirkt.

Fazit: Leckerlis sind kein Detail

Bei allergischen Hunden sind Leckerlis kein Nebenschauplatz, sondern ein zentraler Bestandteil der Gesamtfütterung. Sie können:

Symptome auslösen

bestehende Probleme aufrechterhalten

die Ursachenfindung massiv erschweren

Wer wirklich verstehen möchte, warum ein Hund reagiert, sollte Leckerlis nicht ausklammern – sondern bewusst mitdenken.

Finde heraus, welches Futter und welche Futtermenge wirklich zu deinem Hund passen

Gerade bei Allergien ist selten ein einzelner Auslöser verantwortlich. Häufig spielen Zusammensetzung, Menge, Alltag und individuelle Verträglichkeit zusammen. Pauschale Lösungen greifen hier oft zu kurz.

pet42 erstellt eine individuelle, herstellerunabhängige Futterempfehlung auf Basis der Daten deines Hundes –

inklusive passender Futtermenge in Gramm, abgestimmt auf:

Symptome

Ähnliche Artikel

Aus derselben Themenwelt für den nächsten Schritt.

Mehr entdecken

Weitere Beiträge, die dich interessieren könnten.

Nächster Schritt

Springe zum nächsten oder vorherigen Beitrag.

Über den Autor

PET42 Redaktion

Die PET42 Redaktion bündelt Ernährungswissen, Praxis-Erfahrungen und aktuelle Forschung, um verständliche Fütterungsempfehlungen für Hunde zu liefern.

Mehr über PET42 →

Finde heraus, welches Futter und welche Futtermenge wirklich zu deinem Hund passen

Viele auffällige Fressverhalten entstehen nicht durch einen Mangel, sondern durch nicht optimal abgestimmtes Futter.

pet42 erstellt eine individuelle, herstellerunabhängige Futterempfehlung auf Basis der Daten deines Hundes – inklusive passender Futtermenge in Gramm.

Jetzt Futterempfehlung erstellen →

Wir verwenden Cookies

Wir nutzen Cookies und ähnliche Technologien, um Ihnen die beste Erfahrung auf unserer Website zu bieten. Mit Ihrer Zustimmung verwenden wir Cookies für Funktionalität, Analyse und Marketing.